Nach dem Ende bei “Die Rosenheim‑Cops”: Das macht Tom Mikulla heute
Die Straßen von Rosenheim waren in ein sanftes Licht getaucht, als Tom Mikulla, der ehemalige Ermittler der Rosenheim-Cops, durch die Stadt schlenderte. Es war einige Monate vergangen, seit er seinen letzten Fall abgeschlossen hatte, und das Leben hatte sich für ihn verändert. Tom war nicht mehr der gleiche Mann, der er einmal gewesen war. Die ständigen Auseinandersetzungen mit Verbrechern und die Jagd nach Gerechtigkeit hatten ihre Spuren hinterlassen. Jetzt war er auf der Suche nach einem neuen Sinn in seinem Leben.
Die Zeit nach seinem Ausscheiden aus der Polizei war nicht einfach gewesen. Er hatte sich von den gewohnten Routine des Ermittlerlebens entfernt und versuchte nun, seinen Platz in der Welt zu finden. Während er an den vertrauten Orten vorbeiging, überkam ihn eine Welle der Nostalgie. Die alten Cafés, die er oft besucht hatte, die Parks, in denen er mit seinen Kollegen verbracht hatte – all das schien ihm jetzt so fern.
In einem kleinen Café setzte er sich an einen Tisch am Fenster. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und warmen Croissants umhüllte ihn. Er bestellte einen Kaffee und ließ seinen Blick durch die Straße wandern. Plötzlich bemerkte er eine Gruppe von Jugendlichen, die auf der anderen Straßenseite lachten und sich unterhielten. Ihre Unbeschwertheit erinnerte ihn an die Zeit, als er selbst noch voller Energie und Hoffnung war.
Doch die Gedanken an seine Vergangenheit ließen ihn nicht los. Er hatte immer für die Gerechtigkeit gekämpft, doch was war nach all den Jahren geblieben? Ein Gefühl der Leere überkam ihn. Er griff nach seinem Handy und scrollte durch die Nachrichten. Immer wieder stieß er auf Berichte über Verbrechen in der Stadt. Es schien, als ob die Dunkelheit niemals enden würde.
Gerade als er in Gedanken versunken war, klingelte sein Telefon. Es war Anna Kahn, seine ehemalige Partnerin. „Tom! Wo bist du? Wir brauchen dich!“
„Anna? Was ist los?“, fragte er überrascht.
„Es gibt einen neuen Fall. Ein Mordfall, und ich weiß, dass du helfen kannst. Du kennst die Stadt und die Leute besser als jeder andere“, erklärte sie hastig.
Tom zögerte. „Ich bin nicht mehr im Dienst, Anna. Ich kann nicht einfach zurückkommen.“
„Bitte, Tom. Du bist der Einzige, der das verstehen kann. Es gibt Hinweise, die auf etwas Größeres hindeuten. Wir brauchen deinen Instinkt“, drängte Anna.
Das Feuer der alten Leidenschaft flammte in ihm auf. „Okay, ich komme. Wo treffen wir uns?“
Wenig später stand er vor dem Polizeirevier, und die vertrauten Gesichter der Kollegen begrüßten ihn. Anna wartete bereits auf ihn. „Danke, dass du gekommen bist“, sagte sie erleichtert.
„Erzähl mir, was passiert ist“, forderte Tom, während sie ins Büro gingen.
„Ein Geschäftsmann wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden. Es sieht nach einem gezielten Mord aus. Aber das Merkwürdige ist, dass es keine Hinweise auf einen Einbruch gibt“, erklärte Anna.
„Das klingt nach einem Profi“, murmelte Tom und begann, sich Notizen zu machen. „Haben wir etwas über das Opfer herausgefunden?“
„Ja, sein Name ist Markus Klein. Er war in der Immobilienbranche tätig und hatte einige Feinde. Aber es gibt auch Gerüchte über illegale Geschäfte“, fügte Anna hinzu.
Tom spürte, wie sich die alte Aufregung in ihm regte. „Lass uns zu seinem Büro gehen und mehr Informationen sammeln.“
Im Büro von Markus Klein angekommen, durchsuchten sie die Unterlagen. Es war ein hektisches Umfeld, und die Angestellten schienen nervös. „Wir müssen mit Ihnen sprechen“, sagte Anna zu einer der Sekretärinnen. „Was können Sie uns über Ihren Chef erzählen?“
Die Sekretärin sah verängstigt aus. „Er hatte viele Geschäfte, aber zuletzt schien er Angst zu haben. Er sprach oft von Bedrohungen und dass er sich nicht sicher fühlte.“
„Hat er jemand Bestimmten erwähnt?“, fragte Tom.
„Er hat nie Namen genannt, aber ich habe gehört, dass er mit einigen zwielichtigen Leuten zu tun hatte“, antwortete die Sekretärin.
Tom und Anna schauten sich an. „Das könnte der Schlüssel sein“, sagte Tom. „Wir müssen herausfinden, mit wem er Geschäfte gemacht hat.“
Nach einigen Nachforschungen fanden sie heraus, dass Markus Klein in einen Immobiliendeal verwickelt war, der einige lokale Unternehmer verärgerte. „Wir sollten mit diesen Unternehmern sprechen“, schlug Anna vor. „Vielleicht gibt es eine Verbindung zu seinem Tod.“
Die beiden Kommissare machten sich auf den Weg zu einem der Unternehmer, einem Mann namens Klaus Richter. Als sie in seinem Büro ankamen, war die Atmosphäre angespannt. Klaus war ein großer, einschüchternder Mann, der sofort die Kontrolle über das Gespräch übernahm.
„Was wollen Sie von mir?“, fragte er mit einer tiefen Stimme.
„Wir untersuchen den Mord an Markus Klein. Sie hatten Geschäfte mit ihm, und wir müssen wissen, ob Sie etwas über seinen Tod wissen“, erklärte Tom.
Klaus schnaubte. „Ich habe nichts mit seinem Tod zu tun. Er war ein Idiot, und ich wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben.“
„Aber Sie waren an dem Immobilienprojekt beteiligt, das ihn in Schwierigkeiten brachte“, sagte Anna. „Das könnte ein Motiv sein.“
Klaus wurde wütend. „Ich habe ihn nicht getötet! Glauben Sie mir, ich wollte nur, dass er aus meinem Leben verschwindet. Aber das ist nicht mein Stil.“
Tom und Anna verließen das Büro und waren sich uneinig. „Er könnte die Wahrheit sagen, aber ich habe das Gefühl, dass er mehr weiß, als er zugibt“, sagte Tom.
„Wir sollten weiter nachforschen“, erwiderte Anna. „Es gibt noch andere, die mit Markus zu tun hatten.“
In den folgenden Tagen arbeiteten Tom und Anna unermüdlich an dem Fall. Sie sprachen mit weiteren Geschäftspartnern und Freunden von Markus und entdeckten ein Netz aus Lügen und Betrug. Es stellte sich heraus, dass Markus in illegale Geschäfte verwickelt war, die ihn in die Schusslinie brachten.
Eines Nachts, als sie die Informationen durchgingen, erhielt Tom einen anonymen Anruf. „Hör zu, Mikulla. Wenn du weitergräbst, wirst du es bereuen. Es gibt Dinge, die du nicht wissen solltest.“
Die Drohung ließ Tom aufhorchen. „Wer sind Sie? Was wissen Sie über Markus?“
„Das ist nicht dein Problem“, antwortete die Stimme und legte auf.
Tom sah Anna an. „Das war eine Warnung. Jemand will nicht, dass wir weiter nachforschen.“
„Das bedeutet, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Anna entschlossen. „Wir dürfen nicht aufgeben.“
Die Spannung stieg, als sie tiefer in die Machenschaften von Markus Klein eintauchten. Sie fanden heraus, dass er in einen großen Betrug verwickelt war, der viele Menschen betraf. Doch je näher sie der Wahrheit kamen, desto gefährlicher wurde es.
Eines Abends, als Tom nach Hause kam, bemerkte er, dass jemand in seiner Wohnung gewesen war. Die Tür stand offen, und einige Gegenstände waren durchwühlt. „Verdammtes Miststück“, murmelte er und griff nach seinem Handy, um Anna zu informieren.
„Tom, sei vorsichtig!“, warnte sie. „Das könnte ein Zeichen sein, dass sie dich im Visier haben.“
„Ich weiß. Ich werde nicht aufgeben, bis ich die Wahrheit herausgefunden habe“, sagte Tom entschlossen.
In einer letzten Konfrontation luden sie Klaus Richter und einige seiner Komplizen in ein Restaurant ein, um sie zur Rede zu stellen. Tom und Anna hatten Beweise gesammelt, die sie belasten konnten.
„Wir wissen, dass Sie in die illegalen Geschäfte verwickelt sind“, begann Tom. „Markus hat Ihnen im Weg gestanden, und Sie haben ihn getötet.“
Klaus und seine Komplizen sahen sich an, und die Anspannung war greifbar. „Das sind schwerwiegende Anschuldigungen“, sagte Klaus kalt. „Sie haben keine Beweise.“
„Wir haben mehr als genug Beweise“, entgegnete Anna. „Und wir werden nicht aufgeben, bis Sie zur Rechenschaft gezogen werden.“
Die Situation eskalierte, als Klaus versuchte, die Flucht zu ergreifen. Doch Tom war schneller. Er packte ihn und brachte ihn zu Boden. „Es ist vorbei, Klaus. Du bist festgenommen.“
Die Polizei kam, um die Szene zu sichern, und Klaus wurde abgeführt. Tom und Anna sahen sich an, und ein Gefühl der Erleichterung überkam sie. Sie hatten die Wahrheit ans Licht gebracht und einen gefährlichen Verbrecher hinter Gitter gebracht.
„Ich wusste, dass du nicht aufgeben würdest“, sagte Anna lächelnd.
„Es war nicht einfach, aber ich bin froh, dass ich dir helfen konnte“, antwortete Tom. „Vielleicht war das genau das, was ich gebraucht habe – einen letzten Fall, um zu zeigen, dass ich immer noch der alte Mikulla bin.“
Als sie das Restaurant verließen, fühlte Tom, dass er endlich seinen Platz in der Welt gefunden hatte. Die Vergangenheit lag hinter ihm, und er war bereit, in eine neue Zukunft zu gehen – eine Zukunft, in der er weiterhin für die Gerechtigkeit kämpfen würde, egal in welcher Form.