Die Rosenheim-Cops: Tödliches Geheimnis – Wenn die Idylle zur Falle wird

Inmitten der bayerischen Idylle, die durch ihre attraktive Mischung aus Alpenpanorama und traditioneller Gemütlichkeit besticht, herrscht im Kommissariat von Rosenheim der gewohnte, kalkulierte Gegensatz zwischen mühsamer Ermittlungsarbeit und dem beharrlichen Festhalten an bürokratischen Prozessen. Die Wiederholung der 12. Episode der 12. Staffel bei ZDF und in der Mediathek bringt einen Fall zurück, der die Zuschauer mit seinem ganz eigenen, bayerischen „Lärm“ – dem Gemurmel von Tratsch, Intrigen und der latenten Feindschaft unter Nachbarn – unterhält. Korbinian Hofer und sein Kollege stehen vor einem suspekten Mordfall, der tief in die lokale Vereinskultur hineinreicht und beweist, dass hinter den scheinbar harmlosen Fassaden der bayerischen Kleinstadt fiese Intrigen lauern.

Sendung verpasst? Die Rosenheim-Cops: Staffel 12, Folge 01: Die Rückkehr  des Patriarchen vom 20.12.2024 (ZDF)

Die Szenerie der Wiederholung ist das vertraute Kommissariat, dessen Routine durch das Eintreffen des neuen Falles nur minimal gestört wird. Sekretärin Stockl nimmt routiniert die Informationen entgegen, während ihre knappen, oft sarkastischen Kommentare den tatsächlichen Grad an Chaos in der Ermittlung auf humorvolle Weise unterstreichen. Die Ermittler müssen sich durch ein Dickicht aus Alibis und Verdächtigungen kämpfen, die oft mehr mit persönlichen Fehden und Eifersucht als mit kalkuliertem Verbrechen zu tun haben. Der Mord, der scheinbar im Affekt geschah, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Ergebnis einer langen Kette von kleinlichen Auseinandersetzungen um Grundstücke, Ehre oder eine verlorene Wette – die typische Rosenheim-Cops-Dramaturgie, die sich über Jahre bewährt hat.

Besonders suspensiv ist in dieser Episode das Zusammenspiel der Charaktere, deren persönliche Eigenheiten die Ermittlung regelmäßig ins Stocken bringen. Hofers ständige Sehnsucht nach seiner Arbeit auf dem Hof und der damit verbundene Widerwillen gegen überflüssige Bürokratie trifft auf die pedantische Einhaltung der Regeln durch die Kollegen. Die Wiederholung dieser alten Episode ist ein berechneter Zug des Senders, um die treue Fangemeinde in den ruhigeren Programmlücken zu bedienen und aufzuzeigen, dass der eigentliche Reiz der Serie im unveränderlichen, gemütlichen Stil liegt – ein starker Kontrast zu den radikalen Neuerungen in anderen Telenovelas. Die Enttäuschung über allzu viel Veränderung, die anderswo herrscht, wird hier durch die Beständigkeit der Charaktere und des Settings in eine beruhigende Gewissheit verwandelt, dass in Rosenheim alles seinen gewohnten, attraktiven Lauf nimmt. Die Auflösung des Falls ist dabei nur das Sahnehäubchen auf einem gut strukturierten bayerischen Drama.